gut zu wissen, für den fall der fälle.

Krankheiten beim Hund
A Leckerchen a day keeps the doctor away?

Der kleine Ratgeber

Leider werden auch unsere Vierbeiner krank, oft bringen gerade Tiere aus dem Tierschutz auch die ein oder andere Krankheit bereits mit. 

Wir möchten Euch hier einen Überblick über mögliche akute und chronische Krankheiten geben.

Anaplasmose

Die Anaplasmose ist eine von Zecken übertragene Erkrankung, bei der die weißen Blutzellen geschädigt und zerstört werden. Die Erkrankung ist durch alle zwei bis drei Wochen wiederkehrende Erkrankungsschübe gekennzeichnet, die mit Fieberschüben und verschlechtertem Allgemeinbefinden einhergehen.

Eine gute Zeckenbekämpfung ist die beste Prophylaxe. Wirksame Zeckenpräparate stehen in Form von Tabletten, Spot-ons oder Halsbändern zur Verfügung. Die Erreger werden über Zecken (Ixodes ricinus | gemeiner Holzbock) übertragen.

(Bildquelle: https://www.zecken-radar.de/gemeiner-holzbock)

 

Hauptsymptome

Plötzlich einsetzendes hohes Fieber. Die Tiere werden apathisch und fressen nicht mehr. Häufig können auch Erbrechen und Durchfall sowie zentralnervöse Symptome beobachtet werden. Auftretende Bewegungsunlust bzw. Lahmheiten können auf Entzündungen in den Gelenken und damit verbundene Schmerzen zurückgeführt werden.

Weiterhin können auch innere Organe wie Leber, Milz und Nieren sowie die Augen betroffen sein. Ein Erblinden der Tiere ist möglich.

Vorbeugung

Besprich mit Deinem Tierarzt, welche Schutzmaßnahmen für Deinen Hund vor einer Auslandsreise getroffen werden können. Wichtig ist ein zuverlässiger Zeckenschutz (Spot On/Halsband).

Babesiose

Die Babesiose ist eine lebensgefährliche Erkrankung bei Hunden, bei der die roten Blutkörperchen durch Einzeller befallen und zerstört werden, ähnlich wie bei der Malaria des Menschen. Daher wird die Krankheit auch häufig als „Hundemalaria“ bezeichnet. 

Während die Erreger der Malaria des Menschen (Plasmodien spp.) jedoch durch den Stich bestimmter Mücken übertragen werden, werden die Erreger der Babesiose durch Zecken übertragen. Zur Zeckenbekämpfung stehen wirksame Präparate in Form von Tabletten, Spot-ons oder Halsbändern zur Verfügung. Eine Übertragung der Babesiose auf den Hund erfolgt durch den Biss der braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus). Für Katzen ist diese Erkrankung in Europa nicht von Bedeutung.

(Bildquelle wikipedia | commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=688291)

 

Hauptsymptome

Hohes Fieber (bis 42 °C), starker Durst, Appetitlosigkeit, Mattigkeit und schneller Konditions- und Gewichtsverlust. Im weiteren Verlauf kommt es durch den Befall und die Zerstörung der roten Blutkörperchen zu Blutarmut und Gelbsucht mit rotem oder grünlichem Urin.

In Haut und Schleimhäuten können Blutungen zu erkennen sein. Weiterhin können oberflächliche Entzündungen der Schleimhäute, besonders der Maulschleimhaut, auftreten.S ofern auch das zentrale Nervensystem betroffen ist, sind Bewegungsstörungen durch unvollständige Lähmungen sowie epileptiforme Anfälle möglich.

Wird die Babesiose nicht rechtzeitig erkannt und behandelt, sterben die erkrankten Hunde in der Regel.

Vorbeugung

Besprich mit Deinem Tierarzt, welche Schutzmaßnahmen für Deinen Hund vor einer Auslandsreise getroffen werden können. Wichtig ist ein zuverlässiger Zeckenschutz (Spot On/Halsband). Zusätzlich gibt es auch Impfstoffe und Medikamente, die vor Babesiose schützen.  

Borreliose

Die Borreliose ist eine bakterielle Erkrankung des Hundes, die vor allem mit Bewegungsstörungen auf Grund von Gelenkserkrankungen einhergeht und unverzüglich mit einem Antibiotikum behandelt werden muss. Die krankheitsverursachenden Borrelien werden vom Gemeinen Holzbock auf den Hund übertragen. Zur Zeckenbekämpfung stehen wirksame Präparate in Form von Tabletten, Spot-ons oder Halsbändern zur Verfügung. Daneben ist auch eine Impfung erhältlich.

Die Infektion erfolgt durch den Biss des gemeinen Holzbocks (Ixodes ricinus).

(Bildquelle: https://www.zecken-radar.de/gemeiner-holzbock)

 

Hauptsymptome

Bei den meisten Hunden verläuft eine Borreliose ohne erkennbare Symptome. Es kann aber auch Appetitverlust, Mattigkeit und hohes Fieber beobachtet werden. Nach einiger Zeit kann es zu schmerzbedingten Bewegungsbeeinträchtigung und wiederkehrenden Lahmheiten durch Entzündungen verschiedener Gelenke kommen. Im weiteren Verlauf sind auch Organschäden möglich, die vor allem die Nieren und das Herz betreffen. Auch Nervenentzündungen und Überempfindlichkeiten im Rückenbereich sowie akute Hautentzündungen mit wässrigen Ausschwitzungen (Hot spots) können auftreten

Vorbeugung

Besprich mit Deinem Tierarzt, welche Schutzmaßnahmen für Deinen Hund vor einer Auslandsreise getroffen werden können. Wichtig ist ein zuverlässiger Zeckenschutz (Spot On/Halsband).

Dirofilariose

Die Dirofilariose oder auch Herzwurmkrankheit wird durch einen Wurm (Dirofilaria immitis) verursacht, der bis zu 30 cm lang werden kann und Lungengefäße sowie Herz des Hundes besiedelt. Die Krankheit kann tödlich verlaufen, wenn durch eine Herzschwäche ein Leber- oder Nierenversagen ausgelöst wird. Überträger des Wurms sind die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) sowie andere Stechmückenarten. Zur Prophylaxe gibt es neben dem Insektenschutz durch Spot-ons oder Halsbänder auch Medikamente die sich zur Vorbeugung eignen.

Die Übertragung des Herzwurms erfolgt durch Stechmücken. Katzen sind für diese Erkrankung weniger empfänglich.

(Bildquelle wikipedia: https://en.wikipedia.org/wiki/Dirofilaria_immitis#/media/File:Microfilaria_of_Dirofilaria_immitis_(Heartworms)_Surrounded_by_Neoplastic_Lymphocytes_1.jpg)
Lance Wheeler [CC BY 4.0 (https://creativecommons.org/licenses/by/4.0)]

 

Hauptsymptome

Zwischen Infektion und dem Auftreten erster Symptome können 6 Monate vergehen. Durch die Funktionsstörungen von Herz und Lunge kommt es zu Atemnot, chronischem Husten, Abnahme des Körpergewichts, Leistungsschwäche und Blutarmut. Die Krankheit kann tödlich verlaufen, wenn durch eine Herzschwäche ein Leber- oder Nierenversagen ausgelöst wird. Die Behandlung des befallenen Hundes ist äußerst schwierig.

Vorbeugung

Besprich mit Deinem Tierarzt, welche Schutzmaßnahmen für Deinen Hund vor einer Auslandsreise getroffen werden können. Wichtig ist ein zuverlässiger Zeckenschutz (Spot On/Halsband).

Echinokokken

Bei Echinokokken handelt es sich um Bandwürmer, die im Dünndarm von Fleischfressern parasitieren. Ein Befall verursacht bei den Endwirten (u. a. Fuchs, Hund, Katze) keine oder geringe klinische Symptome.

Die Infektion kann dagegen für Fehl- und vor allem für Zwischenwirte tödlich sein, da sich in den inneren Organen (v. a. in Leber und Lunge) unter Ausbildung von tumorähnlichen Zysten die Finnen entwickeln. Durch eine regelmäßige Entwurmung des Hundes mit z.B. Praziquantel werden auch die Bandwürmer erfasst. In einigen Ländern bestehen Vorschriften bezüglich der Entwurmung bei Einreise.

(Bildquelle https://www.aerztezeitung.de/extras/fotos/?sid=503314&sh=0 | kleiner Fuchsbandwurm)

 

Ehrlichiose

Die Ehrlichiose ist eine Erkrankung der weißen Blutkörperchen, die ohne Therapie auch zu irreversiblen Organschädigungen führen kann. Die Erkrankung wird durch die braune Hundezecke übertragen. Wirksame Zeckenpräparate stehen in Form von Tabletten, Spot ons oder Halsbändern zur Verfügung.

Durch den Biss der braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus) erfolgt eine Übertragung auf den Hund.

(Bildquelle wikipedia | commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=688291)

 

Hauptsymptome

Fieber, Schwäche, Abmagerung und eventuell erhöhte Blutungsneigung (Blutungen in Haut und Schleimhäuten sowie Nasenbluten)

Hepatozoonose

Die Hepatozoonose (hepato = Leber) ist eine Erkrankung, von der verschiedene innere Organe betroffen sind. Je nach Schwere der Erkrankung sind auch Todesfälle in Folge der Organschäden durch den Erreger möglich. Die Ansteckung erfolgt durch Verzehr oder Zerbeissen der Braunen Hundezecke (Rhipicephalus sanguineus).

Bei der Katze ist die Hepatozoonose eine seltene Erkrankung.

Eine gute Zeckenbekämpfung ist die beste Prophylaxe. Wirksame Zeckenpräparate stehen in Form von Tabletten, Spot-ons und Halsbändern zur Verfügung.

(Bildquelle wikipedia | commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=688291)

 

Hauptsymptome

Der Erreger vermehrt sich in der Muskulatur, was zu Entzündungen und Schmerzen mit einem steifen, hinkenden Gang führt. Durch die andauernde Schonung der Muskulatur, baut sich diese dann ab (Muskelatrophie).
Durch Eindringen der Erreger in die Darmwand mit anschließender Vermehrung, kommt es in Folge einer Infektion zu blutigen Durchfällen. Außerdem reagiert der Organismus häufig mit wiederkehrendem Fieber.

Leishmaniose

Die Leishmaniose ist eine sehr ernst zu nehmende, in der Regel tödlich verlaufende Krankheit bei Hunden. Sie wird durch die Sand- oder Schmetterlingsmücke (Phlebotomus perniciosus) übertragen, eine dämmerungs- und nachtaktive, 2,5 bis 3 mm große und stark behaarte Mücke, die nicht summt. Zwischen der Infektion durch Stich und den ersten Symptomen können Monate bis Jahre vergehen. Eine wichtige Prophylaxe besteht darin, den Hund vor dem Stich der Sand- oder Schmetterlingsmücke zu schützen (durch Spot ons oder Halsbänder). Darüber hinaus steht auch ein Impfstoff gegen Leishmaniose zur Verfügung.

(Bildquelle wikipedia: 
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=1047049

 

Hauptsymptome

Kahler Nasenrücken, kahle Ohrränder, „Brillenbildung” um die Augen. Die genannten Stellen sind mit großen kreideweißen Schuppen bedeckt. An den Pfoten sind vermehrtes Krallenwachstum und wunde Stellen zwischen den Zehen und an den Ballen zu beobachten.

Vorbeugung

Verwende für Deinen Hund ein Präparat zum Schutz vor Mücken (Spot On/Halsband). Lass den Hund zusätzlich abends und nachts in mit Moskitonetzen geschützten Räumen, da die Mücken dann aktiv sind.

Leptospirose

Die Leptospirose wird durch Bakterien übertragen. Die Ansteckung erfolgt hauptsächlich über infizierten Urin von Überträgern wie Ratten und Mäusen oder auch anderen Hunden. Durch solchen Urin verunreinigte Gewässer stellen eine Hauptansteckungsquelle dar. Auch Menschen, die mit infiziertem Tierurin in Kontakt kommen, können sich anstecken. Die wichtigste Vorbeugemaßnahme ist eine Impfung, die möglichst viele Erregerstämme („Serovare”) abdeckt. Da die Leptospirose eine gefährliche Krankheit ist, die auch tödlich verlaufen kann, zählt auch diese Impfung zu den Pflichtimpfungen.

Über den Urin infizierter Nagetiere wird die Umwelt mit dem Erreger kontaminiert und andere Tiere können sich indirekt durch den Kontakt mit infiziertem Urin und der kontaminierten Umwelt (Gewässer, Pfützen, Erde, Schlafstelle, Wasser, Futter usw.) anstecken. Daneben können sich Hunde aber auch direkt bei infizierten Artgenossen, z.B. durch Bisse infizieren.

Hauptsymptome

Es kommt zu Erbrechen, Fieber, Durchfall bis hin zur Baun-Gelb-Färbung des Urins und der Schleimhäute.

Vorbeugung

Lass Deinen Hund jährlich gegen Leptospirose impfen.

Parvovirose

Bei dieser hochansteckenden Viruserkrankung handelt es sich um eine schwere Krankheit, die insbesondere bei Welpen tödlich verlaufen kann. Massives Erbrechen und oft blutiger Durchfall sind Hauptsymptome. Die Behandlung ist sehr schwierig und oft erfolglos. Daher gehört die Impfung nach den deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis zu den Pflichtimpfungen.

Hunde nehmen das Virus z. B. mit kotverschmutztem Futter oder infizierten Trinknäpfen auf. Die Viren können ebenfalls durch das Haften an Kleidung oder an Fell von genesenen Tieren weiterverbreitet werden.

Hauptsymptome

Die Tiere zeigen heftigen Durchfall und Erbrechen, wirken „ausgetrocknet” und apathisch.

Vorbeugung

Lass Deinen Hund gegen Parvovirose impfen. Moderne Impfstoffe schützen drei Jahre vor Parvovirose.

Staupe

Das Staupevirus ist dem Masernvirus sehr ähnlich und ruft eine schwere, potenziell tödliche Krankheit hervor. Die Ansteckung erfolgt über Sekrete und Exkrete infizierter Hunde (Tröpfcheninfektion) und das Krankheitsbild ist sehr variabel. Eine spezifische Behandlung gibt es nicht, somit ist die Impfung die einzig wirksame Vorbeugungsmaßnahme. Nach den deutschen Impfempfehlungen für die Kleintierpraxis gehört die Impfung gegen Staupe zu den Pflichtimpfungen.

Hunde stecken sich meist durch eine Tröpfcheninfektion an. Die Weitergabe des Virus erfolgt durch verunreinigte Nahrung und Näpfe.

Hauptsymptome

Erbrechen, Durchfall, die Nasenöffnungen sind mit eitrigem Sekret verklebt und es kommt zu Husten. An den bleibenden Zähnen kann es zu Schmelzdefekten kommen. Eine einmal überstandene Staupe verleiht lebenslange Immunität.

Vorbeugung

Eine Impfung ist der einzig wirksame Schutz gegen Staupe. Inzwischen gibt es Impfstoffe, die drei Jahre vor Staupe schützen.

Tollwut

Die Tollwut gehört zu den am längsten bekannten viralen Infektionskrankheiten und ist sicher auch die gefürchtetste. Noch immer sterben jährlich weltweit zehntausende Tiere und Menschen. Tollwut ist nicht heilbar. Die Übertragung erfolgt durch infizierten Speichel. Dank intensiver veterinärbehördlicher Maßnahmen konnte die Tollwut in Deutschland eingedämmt werden. Die Impfung gegen Tollwut ist im Reiseverkehr gesetzlich geregelt und vorgeschrieben.

Hund, Katze und Mensch stecken sich durch den Biss von bereits infizierten Tieren an.

Hauptsymptome

Normalerweise scheue Tiere sind überfreundlich, starkes Speicheln, „heiseres” Bellen, stupider Blick.

Vorbeugung

Wenn Dein Tier erst an Tollwut erkrankt ist, darf es nicht behandelt werden. Eine Tötung des Tieres ist vorgeschrieben. Lass Dein Tier daher gegen Tollwut impfen. Im Reiseverkehr ist diese Impfung zudem vorgeschrieben. 
Wenn Du selbst von einem tollwutverdächtigen Tier gebissen worden bist, such sofort einen Arzt auf!

Zwingerhusten

Zwingerhusten (infektiöse Tracheobronchitis) ist eine ansteckende Erkrankung der Atemwege, die sich vorrangig dort verbreitet, wo Hunde engen Kontakt zu Artgenossen haben: Hundepensionen, Tierheime, Ausstellungen usw. Die Erkrankung wird durch einen Komplex an bakteriellen und viralen Erregern hervorgerufen. Die Behandlung ist möglich, bedeutet jedoch oft eine lang andauernde medikamentöse Therapie mit Antibiotika und ist deshalb eine große Belastung für Hund und Halter. Die gewöhnliche Impfung gegen Zwingerhusten schützt vor Parainfluenzaviren (Pi). Darüber hinaus ist eine Impfung verfügbar, die zusätzlich vor dem Bakterium Bordetella bronchiseptica (Bb) schützt und dort verabreicht wird, wo die Erreger eintreten: in die Nase – ganz ohne Pieks.

Die Ansteckung erfolgt in erster Linie durch Tröpfcheninfektion. Es ist aber auch eine Ansteckung durch direkten Kontakt (Beschnuppern), kontaminiertes Wasser (öffentliche Wassernäpfe u. ä.) sowie Personal und über Gebrauchsgegenstände möglich. Die Ansteckung kann nicht nur von Hund zu Hund sondern z.B. auch von Hund auf Katze und umgekehrt erfolgen.

Hauptsymptome

Hauptsymptom ist quälender, bellender Husten.

Vorbeugung

Es gibt eine spezielle  Zwingerhustenimpfung, welche vor Bakterien und Viren schützt und dort verabreicht wird, wo die Erreger eintreten: in die Nase – ganz ohne Pieks.